Donnerstag, 10. april 2008
Uns erreichte noch eine Email von "TOM" mit Hinweis auf
einen ARTE-Filmbeitrag, welcher sehenswert ist:
Samstag, 29. März 2008 um 18.05 Uhr ,
VPS : 18.05,
Wiederholungen :
05.04.2008 um 05:00
Katharina Bullin
(Deutschland, 2005, 52 min)
RBB
Regie: Marcus Welsch
Die ehemalige Spitzensportlerin Katharina Bullin gewann 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau mit
der DDR-Nationalmannschaft die Silbermedaille im Volleyball. Der gnadenlose Leistungsdruck und die verabreichten Dopingmittel haben jedoch Spuren hinterlassen und Katharina Bullins Leben zu einer
Tragödie werden lassen.
Katharina Bullin gewann bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau mit der Volleyball-Nationalmannschaft der DDR die Silbermedaille. 20 Jahre
und zwölf Operationen danach kann sie ohne Spezialmatratze nicht mehr schlafen. Ihre Geschichte ist eine Tragödie. Durch die Verabreichung leistungssteigernder Mittel wurde die einst gefeierte
Leistungsträgerin des DDR-Sports mit Anfang 20 zur Invalidin und suchte Trost im Alkohol.
Heute hat sie sich nach vielen Kämpfen wieder gefangen und sucht beharrlich nach Wegen aus der Arbeitslosigkeit. Ohne Selbstmitleid erzählt
Katharina Bullin von Staatsdoping und der Gnadenlosigkeit sozialistischer Siegermentalität. Schonungslos entlarvt sie dabei den Zynismus einer Gesellschaft, in der Menschen rücksichtslos
missbraucht wurden.
Noch nie ist ein Dopingopfer so offensiv und ehrlich mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. Die meisten halten sich immer noch
verschämt im Hintergrund, weil sie die Reaktionen der Gesellschaft und früherer Sportkollegen fürchten.
ZUSATZINFORMATION :
Der Dokumentarfilm hatte beim Duisburger Filmfestival im November 2005 seine erfolgreiche Premiere und wurde im Rahmen der Berlinale 2006 in
der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" gezeigt. Filmemacher Marcus Welsch schreibt über die Entstehung seines Dokumentarfilms: "Vom ersten Moment der Begegnung mit Katharina Bullin, einem
zufälligen Treffen auf einem Gletscher in der Schweiz, war mir klar, dass diese außergewöhnliche Frau eine Geschichte zu erzählen hat, die keine typische Opfergeschichte ist. Selten hat jemand
ein so herbes Schicksal mit so viel Selbstironie und Humor erzählt. Im Gegensatz zu den Filmen aus den 90er Jahren geht der Film über den Ansatz hinaus, die Enthüllung des Sportbetrugs zum Thema
zu machen. Vielmehr wollte ich das Geschehene konsequent aus ihrer Sicht erzählen und dabei deutlich machen, dass das Vergangene nicht vergangen ist: Katharina Bullin kann es sich eigentlich
nicht leisten, älter zu werden, denn ihr Körper zerfällt zunehmend. Katharina Bullin ist die einzige aus der Mannschaft, die es wagt, über die Umstände des Trainings und die Hilfe der blauen
Tabletten zu sprechen. Bis heute ist es ein Tabu, darüber zu reden und die Mannschaft zu belasten. 'In Unehren entlassen werden' - das war schon damals das am besten funktionierende
Druckmittel."
QUELLE
von RALF ( USC FAN MAGAZIN )
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